Das Sandtner-Modell – Licht-Installation von Markus Jordan
14. bis 16. Dezember von 10:00 bis 22:00 Uhr im Innenhof des Neuen Schlosses
          

luminale 2012

Mit dem Sandtnerschen Stadtmodell besitzt das Ingolstädter Stadtmuseum einen einzigartigen Schatz. In unglaublicher Präzision schuf der Straubinger Drechslermeister Jakob Sandtner 1572 im Auftrag von Bayern-Herzog Albrecht V. ein vollplastisches hölzernes Miniatur-Abbild der einstigen wittelsbachischen Residenzstadt an der Donau. Übrigens: Von Ingolstadt gibt es ein kleines und ein großes Sandtnermodell. Das große aus dem Jahre 1573 ist im Bayerischen Nationalmuseum in München zu sehen. Eine stark vergrößerte Kopie des kleinen Sandtnermodells stiftete der Ingolstädter Unternehmer Sepp Mißlbeck 1999 dem Stadtmususeum.

Dieses winzige Modell war die Grundlage einer Licht-Installation des Ingolstädter Künstlers Markus Jordan. Sie war im September 2012 im Klenzepark eine der Attraktionen anlässlich der Jubiläumsveranstaltung „20 Jahre Landesgartenschau“. Faszinierend: Jordans modernes Sandtner-Modell aus fluoreszierenden Plexiglasstäben war begehbar – und angestrahlt mit UV-Lampen bei anbrechender Dunkelheit ein ungewöhnliches Erlebnis.

Ein kleiner Teil der Installation – sie hatte einen Durchmesser von 40 Meter – ist nun hier zu sehen. Die Idee zu seinem betretbaren Sandtner-Modell hatte Markus Jordan bereits 2003. Damals arbeitete er an einer nachts mit UV-Lampen ausgeleuchteten digitalen Landschaft aus fluoreszierenden Wollfäden. Statt Wollfäden verwendete er nun leicht zu bearbeitende Plexiglasstäbe.

Die im Altstadtbereich längst unterirdisch verrohrte Schutter machte er bei einem Modell-Stadtbummel durch ein weißes Band erlebbar. Das Kunstwerk führte zu unterschiedlichsten Diskussionen. Denn so mancher Gast vermisste ihm vertraute Gebäude, die aber bei der Entstehung des Originalmodells 1572 noch gar nicht gebaut waren – wie beispielsweise die evangelische Matthäuskirche von 1845 an der Schrannenstraße.

Was im September hunderte von Besuchern in den Klenzepark lockte, ist am dritten Adventswochende nochmal zu sehen: die begehbare Licht-Installation vom Sandtnerschen Stadtmodell des Ingolstädter Künstlers Markus Jordan. Er stellt vom 14. bis 16. Dezember von 10: 00 bis 22:00 Uhr im Innenhof des Neuen Schlosses am Paradeplatz den südlichen Teil der Innenstadt aus. Seinen wahren Reiz zeigt das Kunstwerk bei Einbruch der Dunkelheit mit dem Einsatz von UV-Licht (ca. 16 und 22 Uhr).

Der Historische Verein wird an den drei Ausstellungstagen Stadtführungen durch das Modell anbieten, jeweils von 15:00 bis 16:00 Uhr oder auf Wunsch auch nach Anmeldung einer Gruppe.

Unterstützt hatten das Projekt, das anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Landesgartenschau realisiert worden war, u.a. die Stadt Ingolstadt, die Firma Langner Lichtwerbung und zahlreiche freiwillige Helfer.

 

markus jordan